Getting Tough The Race - das härteste Rennen Europas - TRAILRUNTOM
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Getting Tough The Race – das härteste Rennen Europas

Getting Tough The Race – das härteste Rennen Europas

Die Saison ist im Dezember eigentlich schon für viele beendet. Doch für die ganz kaputten stand quasi noch einmal ein Saisonhöhepunkt an. Das Getting Tough The Race. Ich wollte eigentlich letztes Jahr schon bei diesem Rennen starten doch eine Verletzung lies einen Start damals nicht zu. Mir war klar, dass die Veranstalter um Michael Kallinowski und Markus Ertelt ein Wahnsinns Rennen auf die Beine stellen würden und das das beste Feld der Saison an der Startlinie stehen wird. Nach dem TransalpineRun und dem Ausflug in die USA war eigentlich keine Pause geplant, um so fit wie beim StrongmanRun an den Start gehen zu können. Doch mein Knie lies mir keine Wahl und ich pausierte bis kurz vor dem StrongmanRun in Frankreich, welchen ich mir nicht entgehen lassen wollte. War es doch die Erste Edition in Frankreich. Frankreich erwies sich als richtiger Härtetest, denn nach knapp über einer Woche ordentlichem Training sind 27 km mit Hindernissen wirklich kein Spaziergang, aber ich brauchte die Rennhärte für Getting Tough. Knapp einen Monat später stand nun an diesem Wochenende die ultimative Herausforderung vor der Tür. Vivi und ich planten ein wenig was für Kleidung und was für Schuhe ich wählen sollte. Mein Trainer Maurice Mülder und ich entwickelten derweil einige Pläne für das dafür notwendige Training. Natürlich weiß ich auch, dass ich nicht in der Form vom Sommer bin, aber wenn ich irgendwo starte will ich auch vorne mitlaufen. Was aber viel schwieriger ist ist das alle das auch von einem erwarten, weil man der StrongmanRun Gewinner ist. Mittlerweile kann ich aber sehr gut mit dem Druck umgehen. Am Freitag ging es also los mit gepackten Taschen und guter Laune. Wir fuhren direkt nach Rudolstadt um uns die Startunterlagen abzuholen und ein wenig die Strecke zu inspizieren und es wurde schnell klar: Hier gilt „bigger is better and harder is only hard enough“. Was ein Riesen Aufwand für ein derartiges Event. Meine absolute Hochachtung und Dank an die Organisatoren, Helfer und Sponsoren die so etwas möglich machen. Haushohe Hindernisse, Panzer, Feuer, Gräben so tief und breit, dass man meist nicht alleine rauskommt, 1000hm über die Strecke verteilt, Stromschläge, Schwimmbecken voll kaltem Brunnenwasser, eine modifizierte DDR Sturmbahn, Reifen und Sandsäcke schleppen und und und. Wahnsinn, besonders wenn man es paart mit einer 24 km langen Bergstrecke in Thüringen im Dezember. Ich genoss den Anblick und das Treffen von Freunden der Szene. Mir war schnell klar, dass das alles bisher gewesene übertreffen wird. Als Vivi langsam unruhig wurde, weil sie Hunger bekam machten wir uns auf zu meinen Verwandten nach Jena. Wir machten nachdem wir uns ordentlich verfahren hatten auf den Weg zur Innenstadt um noch eine leckere Thüringer Rostbratwurst zu essen und schlenderten ein wenig über den Mittelaltermarkt und ich zeigte Vivi ein wenig Jena. Abends kamen auch noch mein Bruder und mein Papa an, um das Erste Mal bei solch einem Rennen dabei zu sein. Darüber habe ich mich unendlich gefreut. Am Wettkampfmorgen ging alles relativ schnell, die Sachen waren schon vorbereitet und wir fuhren nach dem Frühstück zusammen mit Willi, meinem Bruder zum Rennen. Ich traf noch ein paar Freunde vom TransalpineRun und von anderen Rennen. Ich war relativ entspannt, aber hatte total Bock auf dieses Rennen. Kurz vorher ging es dann los und ich wurde richtig nervös. Eine Startlinie so breit wie in einer Herr der Ringe Schlacht. Leute bemalt und total heiß auf den bevorstehenden Kampf mit dem ungewissen. Eines war klar, es geht im Vollsprint auf ein mit Stacheldraht bestücktes Kriechhindernis zu. Nach dem wir das Ritual vom Tough Guy vollzogen haben: Who am I – I’m a Champion. Flogen drei Flugzeuge in Formation über uns Hinweg und Rauchsignalfeuer bereiteten einem Gänsehaut. Die Spannung stieg ins unermessliche. Plötzlich gab es einen Knall und alle rannten wie verrückt im Vollsprint los. Nach dem kriechen folgten zwei Wälle und Gräben mit Wasser gefüllt, dann ein aufgepflügtes Feld und anschließend die Durchquerung der Saale. Von da an ging es erstmal auf zu einem Berglauf. Hoch in die Wälder von Rudolstadt. Zwischendurch mussten mehrfach hintereinander Hänge hoch und wieder runter gelaufen werden, wurden Reifen geschleppt und ab und an gekrochen werden, aber hauptsächlich ging es Berge hinauf. Ich konnte diesmal an den Bergen nicht so meinen Stil finden und verlor etwas Zeit, welche ich bergab aber relativ gut kompensieren konnte, aber mir war schnell klar, dass ich heute hart arbeiten musste. Das Feld war schließlich so gut wie fast nie in der Saison zuvor. Mit Christian Seiler, Rennsteigrekordhalter und Hagen Brosius ehemalige Deutsche Nationalmannschaft Langstrecke, sowie Charles Franzke, Tough Guy Sieger , Felix Baiker 5ter Tough Guy 2013 und  Peter Ziska SpartanRace Sieger aus Tschechien und vielen anderen mehr war so richtig ordentlich was am Start.  Trotzdem befand ich mich an 4ter Position und versuchte immer wieder heran zu laufen an die Führenden, welche ein Mordstempo vorgelegt hatten. Nachdem die letzten Steigungen bezwungen waren liefen wir langsam zurück Richtung Start und kamen schnell zu den Wassergräben vom Start, welche nun im U bezwungen werden mussten. Danach folgte die DDR Sturmbahn mit Feuer springen wie beim SpartanRace. Dann lief man weiter bis zu dem Freibad und sprang in das Eiskalte Becken in dem Holzstämme lagen die Untertaucht werden mussten. Ich sprang rein und untertauchte bis auf einen alle Stämme in einem Zug. Beim Ausstieg war wie ein Schleier vor den Augen, weil die Kälte einem ordentlich die Sinne vernebelte. Es ging weiter und mit gefühlt frischeren Beinen in ein Labyrinth und vielen weiteren kleinen Kletter- und Kriechhindernissen. Ein weiteres Mal kam das Schwimmbad und diesmal sollte man hangeln, aber meine Laufhandschuhe waren so rutschig, dass ich sofort los ließ und lieber schwamm. Mir macht das Schwimmen in dem Eiswasser nichts aus. Danach ging es zum Sandsack schleppen und weiter Richtung Ziel. Noch einmal musste die Saale durchquert werden, aber diesmal lagen noch zwei mal Traktorreifen Mann’s Hoch in der Saale. Dort stand auch meine Familie, weil nun folgten knapp 20 oder 30 Hindernisse auf 2 km. Meine Beine fingen an zu Krampfen und ich konnte mich immer schlechter bewegen. Die Kriechhindernisse machten mir am meisten Probleme, weil mein Krampf nicht mehr aus den Beinen wollte. Und so kam es, dass ich auf den letzten 50m noch meinen 4ten Platz verlor und ins Ziel kroch. Schnell nahm mich Markus Ertelts Bruder an die Hand und legte mir die Rettungsdecke um. Ich war noch nie so leer und so an meiner Grenze wie an diesem Tag. Ich bin stolz darauf an diesen Punkt gekommen zu sein, weil ich mir sonst eventuell Vorwürfe gemacht hätte warum ich nicht weiter vorne war, aber für den Tag war es einfach das Maximum. Danke nochmal an Markus Bruder für das Kümmern auch wenn ich komische Sachen erzählt habe und unbedingt eine RedBull Dose wollte. Warum weiß ich bis heute nicht. Ich bin mir sicher ein paar Fehler beim Lauf gemacht zu haben und hätte wenigstens bei der Hälfte mir ein zwei Isogels und etwas Krümeltee geben lassen sollen, aber so ist das manchmal. Eines ist sicher ich komme wieder und dann richtig. Nachdem mich dann meine Familie in Empfang genommen habe machte Willi noch ein paar Fotos und Vivi schleifte mich ins Zelt zum umziehen. Mir war eh alles egal. Ich habe selten so gezittert. Musste mir sogar halbvolle Becher trinken nehmen um nicht alles zu verschütten. Vivi musste mich umziehen und erst nach über einer Stunde hat mein Körper aufgehört zu zittern. Dann gönnten wir uns einen Glühwein. Sprachen über Heldentaten und mit Freunden die auch schon im Ziel waren und genossen den Moment. Eigentlich war noch eine super AfterRaceParty geplant, aber wir entschieden uns für die sowieso selten gesehene Familie und hatten einen tollen Abend bei unendlich vielen Thüringer Bratwürsten und Bier. Naja für mich gab es Cola. Ich wäre eh nach einem Bier fertig mit dem Abend gewesen. Jetzt heißt es Wunden lecken und die Vorbereitung starten für den Tough Guy am 01.02.2015. Diesmal will ich aber wieder ganz vorne mitkämpfen…!!!

Aloha euer

Spartaner Tom

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