Buff Epic Trail - TRAILRUNTOM
971
post-template-default,single,single-post,postid-971,single-format-standard,qode-quick-links-1.0,ajax_fade,page_not_loaded,,paspartu_enabled,paspartu_on_bottom_fixed,qode_grid_1300,qode-content-sidebar-responsive,columns-4,qode-theme-ver-11.1,qode-theme-bridge,wpb-js-composer js-comp-ver-5.4.5,vc_responsive
 

Buff Epic Trail

Buff Epic Trail

Für mich das Rennen des Jahres und die größte Herausforderung in meinem Leben bisher. Wir reisten schon am 01. Juli nach Barcelona an, um uns ein wenig an das Klima zu gewöhnen und dem ganzen Reisestress zu entgehen. Letztes Jahr verlief die Premiere des Rennens mehr als regnerisch. Es kamen genau 17 Athleten ins Ziel. Eigentlich genau das wonach man strebt, wenn man ein episches Rennen erschaffen will. Aber leider lief, so wie ich es gehört habe, nicht alles reibungslos mit der Streckenmarkierung. Dieses Jahr sollte es besser werden und für mich das längste Rennen meiner Karriere bisher. 3 Wochen vorher lief ich beim Zugspitz Supertrail auf den 5ten Gesamtrang und ich konnte auf eine gute Form schließen. Sicherlich ist die Vorbereitung in der gesamten Saison nicht gewesen wie man es sich vorstellt, aber so wie es gelaufen ist bin ich sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Zurück zu Barcelona. Das Wetter schien bestens zu werden, aber diesmal hatten wir wohl die stärkste Hitzeperiode des Jahres vor uns. Ich versuchte ein wenig Abstand zu gewinnen und nicht so nervös zu werden und so zog es uns zu Touristen Hotspots, dem New Balance Flagshipstore, an den Strand und zum Olympiastadion. Natürlich lief ich einige Male und erklomm den Hausberg Barcelonas, Mont Juïc. Foto 04.07.15 10 57 01 Foto 04.07.15 10 49 35 Foto 03.07.15 12 44 27 Foto 01.07.15 16 39 43

Am 09. Juli fuhren wir dann wieder zum Flughafen, um uns mit Mirjam von Buff und allen von den Laufmagazinen zu treffen. Es ging also los nach Barruera. Die Fahrt, 3 Stunden gefühlt nur durch Wüste und Berge. Aber je dichter wir an unser Ziel kamen desto grüner und größer wurden die Berge. Wir fuhren vorbei an Bergseen und Gebirgsflüsse und die Euphorie stieg. Angekommen im Hotel, ein paar Kilometer von Start und Ziel entfernt, machten wir uns bereit auf alles was kommen mag. Am 10. Juli fuhren wir nach Barruera, holten unsere Startunterlagen, gegen Vorlage der obligatorischen medizinischen Zertifikate. Als ich auf die anderen wartete traf ich noch Gerard Morales, den ich letztes Jahr beim TransalpineRun kennengelernt habe und mit dem ich häufig schreibe. Er war erfreut und fragte mich, ob ich mir sicher sei das Ding laufen zu wollen. Er meinte: „ Das ist echt unfassbar hart, Tom.“ Anstatt zum Racebriefing zu gehen, saß ich eine Weile mit Gerard und ein paar anderen Spaniern zusammen und wir erzählten über alles was kommt, über den TransalpineRun und unsere Erfahrungen und was es sonst so zu erzählen gab. Dann fuhren wir in die Berge, um noch ein paar Fotos zu machen.

DSC_0107 DSC_0079 DSC_0142

Nachmittags verbrachte ich erst ein paar Stunden damit meine Rennutensilien zusammen zu packen und meinen Beutel mit Ersatzkleidung und Essen für Espot, Aid-Station bei km68,5 vorzubereiten. Schnell etwas zum Abendbrot essen und dann ab ins Bett. Leider habe ich nicht gerade mit meinem Spanisch gepunktet und habe aus Versehen Schweinefüße bestellt, weil ich dachte sie meinen Schwein – Art des Hauses 😀 . Nachdem Vivi mich überzeugt hat etwas anderes zu bestellen lief alles und ich ging in die letzte Nacht vor dem Rennen. Der Wecker klingelte um 4:30 Uhr. Alles ist gepackt. Noch schnell das Endure Pulver von 32Gi in die Flaschen und die Trinkblase und dann ab zum Frühstück. Wie immer vor einem Rennen konnte ich schlecht essen und musste mich zwingen wenigstens etwas zu mir zu nehmen. Selten war ich so aufgeregt und so ungewiss was kommt. Es sollte mich umhauen. In Barruera gaben wir noch eben unseren Beutel für Espot ab und dann ging es zum Check-In, die Kontrolle der Pflichtausrüstung. 5:40 steh ich an der Startlinie, zusammen mit 99 anderen Entschlossenen. In jedem Gesicht konnte man die Freude und Anspannung lesen. Zusammen mit dem Buff Pro Team weltweit Seite an Seite an der Startlinie zu stehen ist für mich auch heute noch ein absolut schönes Gefühl.

11143421_1119517368064808_4126012873273967232_n 11265192_1119517298064815_4731161785193745442_n

Pünktlich um 6 Uhr fiel der Startschuss und anders als bei Straßenläufen ging es ganz entspannt los. Wir drehten eine Schleife in der Stadt und kamen nochmal an den Zuschauern, Freunden und Betreuern vorbei und dann ging es richtig los. Wir liefen eine Weile im Flachen und nach und nach wurde es ein wenig hügeliger bis wir an einem Punkt den ersten Berg vor uns aufgetürmt sahen. Es dämmerte schon leicht, aber die Sonne war noch hinter den Bergen. Die Temperatur war angenehm, aber es war klar dass es gleich richtig warm wird. Am Start hatte ich gleich drei Sachen bemerkt. Erstens hatte ich meine Salztabletten vergessen, mir fehlte ein Fixierungsbändchen an der Laufweste und natürlich wie kann es anders sein machte mein Herzfrequenzsender schlapp. Klasse Vorbereitung Tom 😀

Ich lief den ersten Berg vorne in der Spitze mit und war eigentlich total entspannt. Genau mein Tempo dachte ich mir, aber ich versuchte mich trotzdem zu bremsen. Um uns flogen unzählige Fliegen, durch die Kühe an denen wir vorbei liefen. Den Singletrail den wir erklommen verlief sich nun in eine weite Wiese und man konnte den Bergpass sehen zu dem wir mussten. In diesem Moment eröffnete sich uns der schönste Blick auf die Berge mitten im Sonnenaufgang. Ich genoss diesen und freute mich, dass ich nun endlich auf der Strecke meinen Träumen nachjagen konnte. Es ging in den ersten Downhill und ich war schnell alleine auf der Strecke. Noch war es gut laufbar. Ein paar Kilometer weiter lief ich an meinen Supportern vorbei zum nächsten Berg. Die Kilometer verliefen problemlos, aber ich merkte, dass ich etwas runterfahren musste. Im nächsten Anstieg verlor ich dadurch ein paar Positionen. Noch schaute ich darauf.

pic by https://www.facebook.com/elenamatefotografia

Dann kam der Downhill zur Aid-Station bei KM46. Ich musste mir mehrmals an den Kopf fassen. Ich hatte keine Ahnung wie ich das laufen sollte, so technisch war es. Ich verlor unfassbar viel Zeit. Die Aid-Station bei KM46 war voll, aber niemand war in Hektik.

DSC_0490 DSC_0507

Die Sonne brannte mittlerweile seit Stunden erbarmungslos und ich versuchte so gut es ging meinen Kopf mit dem Buff Visor Cap zu schützen und an jeder Möglichkeit die Mütze nass zu machen. Doch die war nach 10 Minuten stets wieder trocken. Ich hatte mich nicht mit Sonnencreme eingeschmiert, weil der Körper sonst nicht gut runterkühlen kann, wenn die Creme die Poren verstopft. An der Aid-Station nahm ich mir etwas Zeit und aß ein paar Scheiben Melonen und steckte ein belegtes Brot ein. Vivi, Mirjam, Armin, Alena und Nina waren auch dort und kümmerten sich um alles was ich brauchte. David vom Buff Team Mexico saß etwas traurig an der Seite und sagte mir, dass er aufhören musste. Blut im Urin. Er wünschte mir Glück und lächelte mir kurz zu und rief „Animo“. Weiter! Armin folgte mir eine Weile. Ein paar Kurven weiter sagte ich ihm, dass ich mich kurz setzen muss und in Ruhe das Brot essen werde. Ich wollte das nur nicht vor den anderen machen. Nicht dass die Ärzte mich noch rausnehmen. Ich war schon gut fertig. Die Spanier und ihr trockenes Brot. Ich hasse Brot ohne Butter 🙂 Runtergeschlungen und weiter in den dritten Berg. Ich bekam langsam Probleme mit Krämpfen und der Berg zog sich. Ich traf einige Spanier die mich fragten, ob ich Tom von Instagram bin und ich bejahte. Einer sah, dass ich mit Krämpfen zu tun hatte und gab mir 4 Salztabletten. In meinem Wahn haute ich mir alle rein. Kurz darauf schrie er mich auf Englisch an, dass ich nur eine pro Stunde nehmen soll und ich spuckte drei der vier wieder aus und steckte sie in die Weste. Er klatschte mir auf die Schulter und wir liefen weiter. Hoch hinaus. An Rentergruppen aus Frankreich vorbei, an Zuschauern die auf Felsen saßen und uns von oben beobachteten. Nach einigen steilen Kilometern erklomm ich die Verpflegungsstation bei KM 52. Es gab Cola, Schatten und eine Dusche, wie geil. Leider wieder nichts Ordentliches mit Salz. Ich unterhielt mich mit einigen anderen Spaniern und versuchte dann mit ihnen wieder loszulaufen. Es folgten weitere harte Kilometer bergauf. Durch Eisfelder, Steinbrocken so groß wie Autos und vorbei an Bergbächen. Oben auf dem Berg stand ein Supervisor und sagte uns, dass wir nun in den Aïguestortes Nationalpark laufen und dort kein Rennen stattfinden darf. Ok, normalerweise, also in Deutschland, würde das Rennen dann woanders stattfinden. Hier nicht. Startnummer verstecken und selber ein wenig den Weg suchen war angesagt. Er erklärte wie wir zu laufen haben und dann ging es in den nächsten technischen Downhill. Ich rannte so gut es ging zu den Spaniern auf um den Weg nicht zu verlieren. So konnte ich mich mehr auf die Strecke konzentrieren als auf das Weg finden. Ich verlor die Beiden leider und verlief mich natürlich an einer kritischen Strecke kurz vor Ende des Downhills an einer Weggabelung. Ich fragte Passanten nach Espot, denn da musste ich hin und diese schickten mich auf den gelben Pfad. Die nächsten Passanten fragte ich wieder, diesmal auch nach anderen Läufern. Sie hatten keine gesehen, aber nach Espot ging es dort. Sie wüssten nur nicht wie weit es ist, aber nicht so weit. Obwohl, sagte der eine, er wüsste es nicht mehr genau, weil er mit Auto gekommen war. Klasse. Es zog sich ewig und ich sah weit und breit keinen Läufer. Wenigstens war ich ein wenig durch den Wald, in dem ich nun lief, etwas im Schatten. Dann, auf einmal, führte der Weg wieder auf den Forstweg von dem ich abgekommen war und auch ein Streckenposten war da. Mein Trinken war alle und ich fragte ihn nach Wasser und trank fast seine 1,5 Liter aus und bedankte mich. Es ging noch ewig bis Espot und weil ich so dringend Salz benötigte leckte ich meine Arme ab. Klingt bescheuert, aber das hat es echt gebracht. Ich traf einen Spanier und unterhielt mich ein wenig mit ihm. Er wusste nicht, ob er jetzt aussteigen soll. Es ist zu heiß und der nächste Punkt ist einfach nochmal sehr hart zu erreichen. Ich redete ihm Mut zu und sagte ihm wie ich jetzt mit der Situation umgehen werde. Ich wollte mich erstmal runterkühlen, essen und umziehen und kurz einfach alles sacken lassen. Er lief von Espot aus später auch weiter und bedankte sich. Ich hatte sehr mit mir zu tun. Als ich Armin auf mich zulaufen sah mit seiner Kamera und wusste, dass ich nun bei KM68,5 war, kam ein kleines Glücksgefühl auf. Meine V800 zeigte zwar KM74, aber die hatte ich meinem Verlaufen zuzuschreiben.

DSC_0543 DSC_0549 DSC_0545

Ich aß Nudeln, Vivi legte mir nasse Handtücher in den Nacken, Lotti lächelte mir zu, meine Füße wurden von einer Ärztin begutachtet und dann haute ich mir ne Fuhre Salz rein. Trank noch eine Cola mit Eiswürfeln und wechselte wie gedacht meine Kleidung. An diesem Punkt wusste ich nicht, ob ich das schaffe und sagte das Vivi auch. Sie wischte mir kurz mit nem kalten Lappen über das Gesicht und die Beine und sagte: „Jetzt ruhst du dich kurz aus, trinkst deine Cola und dann geht es weiter“. Dann machte die Ärztin kurz an meinen Füßen weiter und sprühte mit Eisspray auf die Blasen, die ich mir gelaufen hatte. Das tat so gut und ich spürte langsam wieder, dass ich das packen werde. Um die Platzierung machte ich mir keine Gedanken mehr, auch wenn mir gesagt wurde, dass fast 20 Leute hier ausgestiegen wären. Ich wollte lediglich noch die Finisherweste und die 4 Punkte für den UTMB 2016. Dann konnte ich mich nach einer Ewigkeit wieder aufraffen und stapfte los unter Applaus der Zuschauer. Lediglich ein Marathon dachte ich mir, aber es kam natürlich anders. Armin begleitete mich fast bis zum Gipfel. Schoss unzählige Fotos und das Wichtigste, leistete mir den nötigen Beistand. Denn das waren so ziemlich die härtesten Stunden des Wettkampfes. Die Sonne wurde langsam etwas schwächer, aber die Temperatur lag weiterhin über 30 Grad. Als es allmählich dunkel zu werden drohte, verabschiedete sich Armin mit einem: „ Wir sehen uns bei KM92.“ Das klang so unendlich weit weg. Es folgte ein unendlich langer und insgesamt der höchste Berg. Ich fühlte mich sehr, sehr einsam und machte mir über alles Gedanken. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass ich gar nicht so viel über anderes nachgedacht habe. Ich nehme nächstes Mal aber auf jeden Fall einen MP3-Player mit. Ich schaltete meine Stirnlampe ein und machte mich auf zur letzten großen Station bei KM83. Dazwischen lag noch ein brutaler Downhill und ein brutaler Uphill. Oben auf dem Berg war es bereits fast ganz dunkel und man konnte die Stirnlampen der anderen Läufer in den Bergen leuchten sehen. Sie bahnten sich wie ich nun den Berg hinab. Die Schilder waren super zu sehen und ich kämpfte lediglich mit dem Geröll. Meine Beine fühlten sich erstaunlicherweise wieder besser an. Ich hatte nur Schwierigkeiten mit den technischen Passagen. Berghoch merkte ich wie ich einigen Leuten wieder dichter kam. KM83, ein Traum von einer Bergstation, jedenfalls für mich in diesem Moment. Bänke, Cola und natürlich Nudeln Bolognese 🙂 Herrlich, hier bleibe ich, dachte ich mir fast. Der Doc dort war recht rigoros und sortierte fast die Hälfte der Leute in der Station aus. Ich ging zu ein paar Leuten die auf einer Massagebank saßen und fragte sie, ob sie mich massieren können. Sie meinten: „ Keine Massage, aber ich schmiere dich kurz bevor du los läufst mit einer Creme ein, dann geht es dir besser“. Alles klar, dachte ich mir. Das hört sich doch wunderbar an. Kurz meine Sachen geschnappt, Creme einmassieren lassen und dann weiter in die Nacht. Mittlerweile war es so dunkel. Sowas habe ich noch nicht erlebt! Man konnte selbst die Berge nicht erkennen. Wenigstens war es kühler und ich zog sogar kurz meine Buff Jacke an, aber zog sie schnell wieder aus, weil es berghoch doch zu warm war. Ich sah vor mir ein paar Lampen den Berg hoch leuchten und nahm mir vor diese einzuholen, um nicht die ganze Zeit alleine zu laufen. Nach knapp einer Stunde erreichte ich sie. Wieder Spanier. Einer konnte kaum Englisch und der andere war recht still, jedenfalls zu mir. Egal, ich genoss es auch spanisch zu hören. Hauptsache nicht mehr so alleine. Da kommen einem die schlimmsten Gedanken. Es war schließlich mittlerweile knapp nach 2 Uhr. Noch ein paar kleine Berge und dann der letzte harte Downhill. An den kommenden Stationen füllten wir unsere Flaschen auf und legten uns kurz ins kühle Gras. Erkundigten uns nach der nächsten Steigung und allem was wichtig war. Als wir weiterliefen merkte ich, dass mein Wasser nach Kuhscheiße schmeckte. Klasse, also kein Trinken. Egal, weiter. Berghoch war ich wieder gut bei Kräften und die Spanier ließen ab. Bei den Downhills dagegen schlossen sie immer wieder auf. Manchmal dachte ich mir, glücklicherweise sehe ich nicht wo es hier runter geht. Das war einfach sehr krass. Jetzt im Nachhinein wäre ich tagsüber gern dort gelaufen, weil auf den Bildern die Aussicht und Natur so schön waren. Der letzte Downhill beschäftigte mich einige Stunden und endlich kam ich bei KM97,5 und der Verpflegungsstation. Vivi erkannte mich als Erste und winkte mir mit Lotti auf dem Arm zu. Armin war auch dabei und fotografierte wieder fleißig. Die beiden waren mittlerweile ebenso seit knapp 23h auf den Beinen. Vivi hatte noch eine Dose Lipton Eistee und ich schüttete diese innerhalb von einer Sekunde in meinen Rachen. Der war mittlerweile so gereizt, von den insgesamt über 20 Gels und 10 Chews die ich zu mir genommen habe, dass ich die kalte Dose gut gebraucht habe. In diesem Moment machte es förmlich klick und ich konnte wieder richtig laufen. Ich schaute auf meine Uhr und bemerkte, dass ich noch unter 24h bleiben könnte wenn ich mich beeile. Trugschluss. Ich hatte nicht bedacht, dass ich ja knapp 6km mehr auf der Uhr hatte durch meinen kleinen Umweg vor Espot. Ich lief wie ein junger Gott. Naja, es fühlte sich jedenfalls gut an. Aber als ich später bei der Auswertung auf meinen KM-Schnitt schaute, relativierte sich dieses Gefühl wieder. Vorbei an der Aid-Station KM101, durch Caldes del Boi. Ich hörte etwas was sich anhörte wie die Ziellinie und lief nochmal schneller. Dann schickten mich die Fahnen aus dem Ort und ich entfernte mich von der scheinbaren Ziellinie. Ich verzweifelte und war kurz vor dem Umdrehen und Heulen. Es überkamen mich einfach. Meine Gefühle und in dieser Situation ist man einfach mit jeder Entscheidung fast überfordert. Deshalb glaube ich, verlaufen sich auch so viele beim Ultra Laufen. Ich habe vorher von allem gelesen was man sich vorstellen kann. Von Schlafen im Laufen, von Halluzinationen, Dauerspucken und, und, und. Jetzt war mir alles klar und ich konnte es nachvollziehen. Genau nach diesen Erfahrungen habe ich doch immer gesucht. Meine Grenze. Sie war genau dort. Ich habe sie mehrmals in dem Lauf erreicht und verschoben. Die letzten Kilometer liefen sich flach und halbwegs gut am Fluss entlang. Langsam kam die Sonne wieder. Es waren jetzt 24h gelaufen. Ich sah Barruera und lief über die letzte Brücke in den Ort. Es waren immer noch Leute dort. Der Sprecher begrüßte mich auf den letzten Metern und dann war sie da. Die Ziellinie. Vivi empfing mich mit Lotti. Und selbst jetzt wenn ich daran denke schießen mir Tränen vor Glück in die Augen. Der Moment wenn sie dir die Finisherweste feierlich anziehen und anerkennend auf die Schulter klopfen: Unbeschreiblich! Es gibt Sachen die kann man nicht in Worte fassen. Schier unendliches Glück in der pursten Form, mit vollkommener Erschöpfung gepaart.

AQ2W2516 AQ2W2545

Unendlicher Dank geht dabei an meine zwei Frauen, die immer bei mir sind und mir in jeder Situation helfen. Ich liebe euch! Danke an Armin, Mirjam, Alena und Nina für alles an und neben der Strecke. Danke Armin für die Begleitung in schweren Stunden. Danke an meine Sponsoren. Ihr macht meine Träume möglich und gebt dadurch anderen die daran teilhaben Motivation, dass man alles erreichen kann. Danke! Nächstes Jahr zur WM bin ich wieder am Start. Das habe ich cleverer Weise schon vor dem Rennen angekündigt 🙂

 

Aloha euer

Tom

No Comments

Post A Comment